Was zeigt der Liebessprachen-Test?
Der Liebessprachen-Test zeigt dir, durch welches Verhalten du dich am stärksten geliebt fühlst. Manchen reicht ein ehrliches „Schön, dass es dich gibt“. Andere merken Zuneigung daran, dass nach einem langen Tag die Küche schon aufgeräumt ist. Der Test macht diesen Unterschied sichtbar und gibt ihm einen Namen.
Die Idee der fünf Sprachen der Liebe stammt von Gary Chapman, einem amerikanischen Autor und Eheberater. In seinem Buch, das Anfang der 1990er-Jahre erschien, beschrieb er aus seiner Beratungspraxis heraus, dass Menschen Liebe auf verschiedene Weise ausdrücken und wahrnehmen. Auf Deutsch heißt es „Die fünf Sprachen der Liebe“. Chapman schrieb zuerst über Ehepaare. Das Prinzip passt aber genauso auf Eltern und Kinder, auf Geschwister oder auf eine lange Freundschaft.
Der Test hat 15 Fragen und dauert zwei bis drei Minuten. Jede Frage stellt dir zwei Situationen gegenüber, und du wählst die, die dir näher ist. Jede der fünf Sprachen taucht genau sechsmal auf, keine hat also einen Vorsprung. Manche Fragen fallen schwer, weil dir beide Möglichkeiten gefallen. Gerade diese Fragen verraten am meisten: Wenn beides schön wäre, zeigt deine Wahl, was dir wichtiger ist.
Welche 5 Sprachen der Liebe gibt es?
Die fünf Sprachen der Liebe sind Lob und Anerkennung, gemeinsame Zeit, Geschenke, Hilfsbereitschaft und körperliche Nähe. In der deutschen Ausgabe von Chapmans Buch heißen die zweite und die fünfte Sprache Zweisamkeit und Zärtlichkeit. Hier stehen etwas allgemeinere Namen, weil der Test auch Familie und Freunde einschließt.
Bei Lob und Anerkennung will Liebe gehört werden. Dazu gehören ein Dankeschön, ein ehrliches Kompliment oder ein Satz, der in einer harten Woche Mut macht. Bei gemeinsamer Zeit zählt, wie ungeteilt die Aufmerksamkeit ist. Eine halbe Stunde Gespräch ohne Handy auf dem Tisch kann mehr bedeuten als ein ganzer Abend, an dem beide nebeneinander auf ihre Bildschirme schauen. Hilfsbereitschaft zeigt sich in dem, was jemand für dich erledigt: die Suppe, wenn du krank bist, oder die Reparatur, die seit Wochen liegen bleibt. Zur körperlichen Nähe gehören Umarmungen, Händchenhalten, eine Hand auf der Schulter oder einfach eng nebeneinander auf dem Sofa zu sitzen.
Die Sprache der Geschenke wird am häufigsten missverstanden. Von außen wirkt sie leicht materialistisch. Wer sie spricht, freut sich aber schon über eine Tafel Schokolade aus dem Supermarkt, wenn jemand beim Kauf an ihn gedacht hat. Der Preis ist dabei Nebensache.
Wie deute ich mein Ergebnis?
Die Sprache mit den meisten Punkten ist sehr wahrscheinlich deine wichtigste. Mehr erfährst du allerdings, wenn du dir die ganze Verteilung ansiehst. Trennt die ersten beiden Sprachen nur eine einzige Entscheidung (etwa 17 Punkte), betrachte sie als Paar. Dann kommt Zuneigung bei dir an, egal in welcher der beiden Formen sie gezeigt wird.
Ein niedriger Wert heißt nicht, dass dir dieses Verhalten nichts gibt. Auch wer bei körperlicher Nähe wenig Punkte hat, kann Umarmungen mögen. Sie gewinnen bei dir nur selten, wenn sie gegen etwas anderes antreten. Genau das misst ein Test mit Entweder-oder-Fragen: was du eher brauchst, wenn zwei schöne Dinge zur Wahl stehen.
Ein Punkt wird oft übersehen. Nach Chapman zeigen Menschen ihre Liebe meist so, wie sie sie selbst gern bekommen würden. Wer ständig Geschenke macht, freut sich vielleicht selbst am meisten über welche. Wenn du herausfinden willst, welche Liebessprache du hast, schau deshalb weniger darauf, was du für andere tust. Hilfreicher ist die Frage, wann dir selbst warm ums Herz wird.
Der Test beruht auf deinen eigenen Angaben. Er ist kein Diagnoseinstrument und sagt nichts darüber aus, ob eine Beziehung hält. Nimm das Ergebnis als Ausgangspunkt, um dich besser kennenzulernen und mit anderen darüber zu reden.
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Was tun, wenn ihr verschiedene Liebessprachen sprecht?
Zwei Menschen mit unterschiedlichen Liebessprachen kommen gut miteinander aus, wenn sie die Sprache des anderen lernen und kleine Gesten zur Gewohnheit machen. Kränkungen entstehen meist dort, wo Liebe zwar gezeigt wird, beim anderen aber nicht ankommt.
Nimm einen Vater und seine 16-jährige Tochter. Er fährt sie jeden Morgen zum Bahnhof und flickt ihr Fahrrad. In seiner Sprache heißt das ganz klar: Ich hab dich lieb. Die Tochter spricht aber Lob und Anerkennung. Nach einer verhauenen Mathearbeit möchte sie nur einen Satz hören: „Du hast dein Bestes gegeben, ich bin stolz auf dich.“ Er strengt sich immer mehr an, sie wartet auf das eine Wort und fühlt sich übersehen. Beide haben recht. Die Lösung ist eine kleine Übersetzung: Er sagt ab und zu laut, was er denkt, und sie bedankt sich für die Fahrten, die so selbstverständlich wirken.
Bei Paaren ist diese Szene häufig: Einer kommt nach Hause und will als Erstes umarmt werden, der andere steht am Herd und findet, die Umarmung kann warten. Eine einfache Absprache hilft: erst eine kurze Umarmung, danach wird die Küchenarbeit geteilt. Niemand gibt dabei seine eigene Sprache auf. Beide versuchen nur, auch die des anderen zu sprechen.
Große Gesten braucht es in keinem der beiden Fälle. Kleine, regelmäßige Dinge in der Sprache des anderen lassen sich leichter durchhalten als seltene große Überraschungen. Ein guter Anfang: Ihr macht beide den Test und legt die Ergebnisse nebeneinander. Oder ihr fragt euch gegenseitig: „Womit könnte ich dir diese Woche eine Freude machen?“
Sind die 5 Sprachen der Liebe wissenschaftlich belegt?
Nein, die fünf Sprachen der Liebe gelten nicht als wissenschaftlich bestätigtes Modell. Chapman hat sie aus seiner Arbeit als Berater entwickelt, und spätere Untersuchungen kamen zu gemischten Ergebnissen. Dass Menschen Zuneigung unterschiedlich wahrnehmen, klingt plausibel. Ob sich Liebe aber genau in fünf Kategorien einteilen lässt, ob jeder eine einzige Hauptsprache hat und ob passende Sprachen eine Beziehung glücklicher machen, ist umstritten. Aus der Beziehungsforschung kommt der Einwand, dass die meisten Menschen alle fünf Formen schätzen und im Alltag vor allem zählt, wie aufmerksam zwei Menschen allgemein miteinander umgehen. Ehrlicher ist es deshalb, dein Ergebnis als gemeinsamen Wortschatz zu sehen, mit dem sich Bedürfnisse leichter ansprechen lassen.
Wie bekommst du ein ehrliches Ergebnis?
Denk beim Antworten an Momente aus den letzten Monaten, die dich wirklich gefreut haben. Wunschvorstellungen verwischen das Ergebnis. Wenn du zwischen zwei Antworten hängst, frag dich, was dir mehr fehlen würde. Meist ist die erste Reaktion die ehrlichste.
Auch deine Lebensphase spielt mit. Mitten in der Prüfungszeit oder mit einem Baby zu Hause wird Hilfe im Alltag plötzlich sehr wichtig. Wer zum Studium in eine andere Stadt gezogen ist, vermisst vielleicht eher gemeinsame Zeit oder eine Umarmung von zu Hause. Wiederhole den Test nach ein paar Monaten, dann siehst du, ob sich etwas verschoben hat.
Die Liebessprache ist nur ein Blickwinkel auf deine Beziehungen. Wenn dich deine allgemeinen Eigenschaften interessieren, ergänzt der Persönlichkeitstest nach dem Big-Five-Modell das Bild. Der Test zur emotionalen Intelligenz schaut darauf, wie gut du Gefühle erkennst und andere verstehst. Alle weiteren Tests findest du unter Persönlichkeitstests.