Wie funktioniert der Tipptest?
Der Tipptest dauert 60 Sekunden: Du tippst die zufälligen deutschen Wörter auf dem Bildschirm der Reihe nach ab und drückst nach jedem Wort die Leertaste. Erst dann wird es geprüft. Die Zeit läuft ab dem ersten Buchstaben. Am Ende siehst du deine Wörter pro Minute, deine Anschläge pro Minute und deine Genauigkeit.
Groß- und Kleinschreibung wertet der Test nicht. Ob du „Garten“ oder „garten“ tippst, ist egal, und gerade auf dem Handy sparst du dir so den ständigen Griff zur Umschalttaste. Umlaute musst du dagegen richtig treffen. Einen Tippfehler kannst du mit der Rücktaste löschen, solange du die Leertaste noch nicht gedrückt hast.
Wie werden Wörter pro Minute und Anschläge berechnet?
Gezählt werden Zeichen, nicht einzelne Wörter. Die Buchstaben aller richtig getippten Wörter und die Leerzeichen dazwischen werden addiert und durch 5 geteilt; diese Regel „5 Anschläge = 1 Wort“ ist bei Schreibtests seit Langem üblich. Kommen deine richtigen Wörter in einer Minute samt Leerzeichen auf 230 Zeichen, sind das 46 Wörter pro Minute.
Fürs Deutsche ist diese Rechnung besonders fair. Neben „an“ oder „du“ stehen im Test Wörter wie „Frühstück“ oder „schwimmen“. Würde jedes Wort einfach als eins zählen, hätte Pech, wer viele lange Wörter erwischt. So zählt jedes Wort genau so viel, wie es lang ist.
Im deutschsprachigen Raum ist außerdem die Angabe in Anschlägen pro Minute verbreitet, etwa in Stellenanzeigen für Büroberufe. Die Umrechnung ist einfach: Wörter pro Minute mal 5 ergibt ungefähr die richtigen Anschläge. Der zusätzliche Anschlagswert auf der Ergebnisseite zählt jede gedrückte Taste mit, auch falsche Buchstaben. Ein Großbuchstabe ist dabei ein Anschlag, die Umschalttaste zählt nicht extra, und Löschen zählt gar nicht. Die Genauigkeit zeigt, welcher Anteil deiner Anschläge richtig war.
Wie viele Wörter pro Minute sind gut?
In diesem Test gelten 35 Wörter pro Minute als „Gut“ und 50 als „Schnell“. Die Stufen auf der Ergebnisseite verteilen sich so:
- 0–19: Anfänger
- 20–34: Im Aufbau
- 35–49: Gut
- 50–69: Schnell
- ab 70: Sehr schnell
Diese Stufen sind eine eigene Einteilung der Seite und keine offizielle Norm. Wer beim Tippen auf die Tasten schaut und mit zwei, drei Fingern arbeitet, landet häufig zwischen 20 und 40. Mit dem Zehnfingersystem und regelmäßiger Übung ist ein Wert über 50 gut erreichbar, für mehr als 70 braucht es meist längeres Training.
Die Testwörter haben keinen Zusammenhang. In einem echten Satz ahnst du das nächste Wort oft voraus, deshalb schreibst du einen fertigen Text meist etwas schneller ab, als der Test zeigt. Formulierst du dagegen eigene Gedanken, sinkt das Tempo deutlich, weil die Finger auf den Kopf warten.
Schau auch auf die Genauigkeit. Jeder Fehler kostet im Alltag zusätzlich Zeit, weil du ihn bemerken, löschen und neu tippen musst. Liegt sie regelmäßig unter 95 Prozent, bremst dich dein Tempo beim normalen Schreiben eher aus.
Was ist das Zehnfingersystem und wie lernst du es?
Beim Zehnfingersystem gehört jede Taste zu einem festen Finger, und du tippst, ohne auf die Tastatur zu schauen. Nach jedem Anschlag kehren die Finger zur Grundreihe zurück. Auf der deutschen Tastatur liegt die linke Hand auf A, S, D und F, die rechte auf J, K, L und Ö. Die kleinen Erhebungen auf F und J ertastest du ohne Hinsehen, die Daumen ruhen auf der Leertaste.
Am Anfang wirst du langsamer, das ist normal. Schau trotzdem nicht auf die Hände, denn gerade das blinde Suchen prägt den Fingern die Tastenpositionen ein. Übe in kleinen Schritten: zuerst kurze Wörter nur aus der Grundreihe, dann die obere Reihe, zuletzt die untere. Täglich 15 bis 20 Minuten ohne Fehler bringen mehr als eine lange Sitzung am Wochenende. Miss deinen Fortschritt in den ersten Wochen lieber an der Zahl der Fehler. Die Geschwindigkeit kommt nach, sobald die Bewegungen sitzen.
Für Großbuchstaben gibt es eine feste Regel: Die Umschalttaste drückt immer die Hand, die den Buchstaben gerade nicht tippt. Für ein großes G nimmst du also den rechten kleinen Finger an der rechten Umschalttaste. Weil im Deutschen jedes Nomen großgeschrieben wird, lohnt sich das von Anfang an, auch wenn dieser Test keine Großbuchstaben verlangt.
Warum hat die deutsche Tastatur QWERTZ statt QWERTY?
Auf der deutschen Tastatur sind Z und Y vertauscht, weil das Z im Deutschen viel häufiger vorkommt als das Y. So liegt der häufigere Buchstabe in der Mitte der oberen Reihe, wo ihn der Zeigefinger bequem erreicht. Das Y ist nach links unten gewandert, wo man es selten vermisst.
Dazu kommen die Umlaute. Das Ü liegt rechts neben dem P, Ö und Ä folgen rechts auf das L, und das ß sitzt rechts neben der Null. All diese Tasten tippt der rechte kleine Finger, der beim deutschen Schreiben deshalb ordentlich zu tun hat. Auch im Test merkst du das: Wörter wie „Brücke“, „schön“ oder „Gemüse“ kosten oft einen Wimpernschlag mehr als „Haus“ oder „Wald“.
Wie kannst du schneller tippen?
Am meisten bringt kurzes, regelmäßiges Üben, bei dem du zuerst auf Fehlerfreiheit achtest. Erzwingst du das Tempo, steigt der Wert vielleicht für ein, zwei Runden, doch mit den Fehlern fällt er wieder.
Sieh dir nach dem Test die falsch getippten Wörter an. Oft häufen sich die Fehler an denselben Stellen, etwa bei Umlauten oder bei Folgen wie „sch“ und „ie“. Ein paar Minuten gezielt mit solchen Wörtern bringen mehr als wahlloses Tippen.
Häufige Wörter wie „und“, „der“, „die“ oder „nicht“ solltest du ohne Nachdenken tippen können, wie eine einzige Bewegung. Hilfreich ist auch ein gleichmäßiger Rhythmus statt Sprints bei leichten Wörtern und Pausen bei schweren. Und halte den Blick ein Wort voraus, dann kennen die Finger schon ihr nächstes Ziel.
Ein hoher Wert im Tipptest sagt übrigens wenig über deine Intelligenz, er zeigt vor allem, wie viel du schon getippt hast. Wenn dich interessiert, wie gut du logische Muster erkennst, ist der IQ-Test das passendere Werkzeug. Und ob dir eine Arbeit am Schreibtisch überhaupt liegt, verrät eher der Berufstest als jede Anschlagszahl.
Wie genau ist ein Tipptest auf dem Handy?
Auf dem Smartphone liefert der Test stimmige Werte, er misst dort aber deine Daumengeschwindigkeit auf der Bildschirmtastatur. Auf Glas spürst du keine Tastenkanten, die Daumen finden jedes Ziel über die Augen. Deshalb lässt sich der Wert nicht direkt mit deinem Ergebnis am Computer vergleichen.
Wichtig sind die Einstellungen der Tastatur-App. Autokorrektur und Wortvorschläge können ein richtig getipptes Wort beim Druck auf die Leertaste in ein anderes verwandeln, und Wischen statt Tippen misst eine ganz andere Fähigkeit. Schalte diese Funktionen für den Test aus, halte das Handy immer gleich und vergleiche Handy-Ergebnisse nur untereinander. Eine Minute reicht für eine Momentaufnahme. Machst du drei Runden hintereinander und nimmst den Durchschnitt, bekommst du ein verlässlicheres Bild.