Lernen & Intelligenz

LGS-Vorbereitung in der 8. Klasse: Wie viele Aufgaben pro Tag?

LGS-Vorbereitung in der 8. Klasse: Wie viele Aufgaben pro Tag?

Eine einzige richtige Zahl gibt es nicht, aber einen Rahmen, der sich durchhalten lässt: an Schultagen 40 bis 80 Aufgaben, verteilt auf die Fächer; am Wochenende insgesamt 100 bis 150 Aufgaben und eine Probeprüfung. Das ist kein Forschungsergebnis, sondern ein Vorschlag, der bis Juni ohne Einbruch funktioniert. Entscheidend ist ohnehin nicht die Zahl, sondern ob du bei jedem Fehler herausfindest, warum er passiert ist.

Falls dir das türkische Schulsystem fremd ist, zuerst eine kurze Einordnung. Die LGS (kurz für Liselere Geçiş Sistemi, das Übergangssystem zu den weiterführenden Schulen) ist die zentrale Prüfung, die Schülerinnen und Schüler in der Türkei am Ende der 8. Klasse ablegen, meist mit 13 oder 14 Jahren; das Ergebnis entscheidet darüber, an welcher Lise, der türkischen Oberschule für die Klassen 9 bis 12, sie einen Platz bekommen. Geschrieben wird sie im Juni. Das Schuljahr hat im September begonnen; die ersten Wochen des Halbjahrs sind vorbei, und es bleiben knapp acht Monate. Genug Zeit, um eine Routine aufzubauen, und zu wenig, um sie aufzuschieben.

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Was ist die LGS und wie ist sie aufgebaut?

Die LGS besteht aus 90 Multiple-Choice-Aufgaben mit je vier Antwortmöglichkeiten, verteilt auf zwei Sitzungen am selben Tag. In der ersten, sprachlichen Sitzung gibt es 75 Minuten für 50 Aufgaben: Türkisch 20, Geschichte der türkischen Revolution und Atatürks Prinzipien 10, Religionskultur und Ethik 10, Englisch 10. In der zweiten, mathematisch-naturwissenschaftlichen Sitzung sind es 80 Minuten für 40 Aufgaben: Mathematik 20, Naturwissenschaften 20. Drei falsche Antworten heben eine richtige auf; eine leer gelassene Aufgabe kostet nichts.

Fach Aufgaben Sitzung
Türkisch 20 1. Sitzung, 75 Min.
Geschichte der türkischen Revolution und Atatürks Prinzipien 10 1. Sitzung, 75 Min.
Religionskultur und Ethik 10 1. Sitzung, 75 Min.
Englisch 10 1. Sitzung, 75 Min.
Mathematik 20 2. Sitzung, 80 Min.
Naturwissenschaften 20 2. Sitzung, 80 Min.

Achte auf die Zeit: In der ersten Sitzung bleiben im Schnitt anderthalb Minuten pro Aufgabe, in der zweiten zwei Minuten. Dass weniger Aufgaben mehr Zeit bekommen, ist kein Zufall; die meisten Mathe- und Nawi-Aufgaben muss man lesen, durchdenken und manchmal in mehreren Schritten rechnen. Diese Verteilung ist der erste Hinweis darauf, wie du deine Lernzeit aufteilen solltest.

Welche Fächer zählen am meisten?

Türkisch, Mathematik und Naturwissenschaften. Aus drei Gründen: Zusammen stellen sie 60 der 90 Aufgaben, sie gehen mit einem höheren Koeffizienten in die Punktzahl ein als die drei anderen Fächer, und ihre Aufgaben brauchen am längsten. Derselbe Fehler kostet in Türkisch mehr als in Englisch. Es ist vernünftig, mehr als die Hälfte der wöchentlichen Lernzeit auf diese drei zu legen.

Gewichten heißt aber nicht, den Rest fallen zu lassen. Geschichte, Religionskultur und Englisch ergeben zusammen 30 Aufgaben, ihr Stoff ist vergleichsweise überschaubar, und mit regelmäßiger Wiederholung sitzt er schnell. Jede Aufgabe, die du dort verlierst, musst du mit einer schweren Matheaufgabe zurückholen. Ein bis zwei kurze Blöcke pro Woche für jedes dieser Fächer sind deutlich billiger als der Versuch, im Mai alle drei auf einmal zu retten.

Dazu kommt deine eigene Balance. Wenn dich lange Lesetexte ausbremsen oder du bei den Grundrechenarten Fehler machst, verschiebt sich das Gewicht dorthin. Die Gewichtung ergibt sich aus der Struktur der Prüfung plus deiner persönlichen Fehlerkarte, und diese Karte zeichnen Probeprüfungen und Themen-Tests.

Wie viele Aufgaben pro Tag sind sinnvoll?

An Schultagen 40 bis 80, am Wochenende insgesamt 100 bis 150 plus eine Probeprüfung; verstehe das als Rahmen, den du bis Juni durchhalten kannst, nicht als Rezept. Die Untergrenze sorgt dafür, dass kein Tag leer bleibt; die Obergrenze dafür, dass Zeit bleibt, die Fehler anzusehen. Wer 80 Aufgaben löst und keinen einzigen Fehler anschaut, lernt weniger als jemand, der 40 löst und zu jedem Fehler den Grund notiert. Wann Übungsaufgaben etwas beibringen und wann sie nur eine Zahl erzeugen, steht im Beitrag über die Vorteile von Übungstests.

Verteile die Zahl auf die Fächer. Ein Schultag könnte so aussehen: 15 Türkisch, 15 Mathe, 10 Nawi und 10 aus dem Nebenfach, das an diesem Tag dran ist. Alles auf ein Fach zu häufen bedeutet, dass ein anderes wochenlang nicht vorkommt, und in der Prüfung wartet es trotzdem auf dich. Fang außerdem niedrig an: In den ersten zwei Wochen nicht mehr als 40 am Tag, erhöht wird erst, wenn die Routine steht. 120 Aufgaben an einem Tag und drei Tage nichts bringen weniger als jeden Tag 50; das Gedächtnis mag Abstände, keine Stapel.

Und leg einen ehrlichen Maßstab an. Frag am Ende der Woche nicht "wie viele Aufgaben habe ich gelöst", sondern "wie viele meiner Fehler kann ich erklären". War es ein Lesefehler, eine Wissenslücke, ein Rechenfehler oder Zeitnot? Diese vier Ursachen brauchen vier verschiedene Gegenmittel, und welche es war, erfährst du nur, wenn du zur Aufgabe zurückgehst.

Wie übt man die langen Textaufgaben?

Durch tägliches Lesen. LGS-Aufgaben beschreiben oft eine Situation, liefern eine Tabelle oder ein Diagramm und fragen nach zwei Absätzen eine einzige Sache. Den Stoff zu kennen reicht nicht; du musst schnell und genau lesen, aus einer Tabelle die eine Zahl herausgreifen, die du brauchst, und den Rest ignorieren. Diese Fähigkeit entsteht nicht beim Zuhören, sondern beim Lesen.

Eine praktische Regel: Lies jeden Tag mindestens eine Seite, die kein Schulbuch ist, egal ob Roman, Zeitschrift oder Nachrichten. Bei türkischen Leseverständnisaufgaben lies zuerst die Frage, dann den Text; wer weiß, wonach er sucht, braucht weniger Zeit. In Mathe und Nawi lies den Text einmal und notiere die gegebenen Werte am Rand. Die Aufgabe ein zweites Mal von vorn zu lesen gehört zu den größten Zeitfressern der Prüfung.

Worauf es hier ankommt: der ersten langen Aufgabe nicht erst im Juni zu begegnen. Kurze, direkte Aufgaben in Themen-Tests sind gut, um den Stoff zu lernen. Aber jede Woche sollten auch einige lange, situationsbezogene Aufgaben dabei sein, sonst kennst du den Stoff und verirrst dich trotzdem im Text.

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Wie sieht ein Wochenplan aus, der sich durchhalten lässt?

Jeden Tag zur selben Zeit, jedes Fach mindestens zweimal pro Woche. Wie lang die tägliche Lernzeit ist, zählt weniger, als dass sie feststeht. Die Tabelle ist ein Beispiel für den Herbst:

Tag Fächer Aufgaben
Montag Mathe, Türkisch, Geschichte 40–60
Dienstag Nawi, Türkisch, Englisch 40–60
Mittwoch Mathe, Nawi, Religionskultur 40–60
Donnerstag Türkisch, Mathe, Geschichte 40–60
Freitag Fehler der Woche, leichte Wiederholung 30–40
Samstag Probeprüfung (eine Sitzung) und Auswertung 40–50 + Probe
Sonntag Schwache Themen, Fehlerheft 60–100

Verschiebe die Fächer nach deinem Stundenplan und deinen Schwächen, aber behalte zwei Regeln: Türkisch und Mathe kommen an mindestens drei Tagen vor, und kein Fach bleibt länger als eine Woche liegen. Auch die Reihenfolge innerhalb der Lernzeit zählt: Mathe und Türkisch zuerst, solange die Aufmerksamkeit frisch ist; Geschichte und Religionskultur, die viel Auswendiglernen verlangen, ans Ende. Der Freitagabend ist absichtlich leicht. Die Fehler der Woche noch einmal durchzugehen bringt mehr als neue Aufgaben, und du gehst nicht müde ins Wochenende.

Am Anfang des Schuljahres reicht als Probeprüfung eine Sitzung: eine Woche die sprachliche, die nächste die mathematisch-naturwissenschaftliche. Im Lauf des Jahres legst du beide Sitzungen auf denselben Tag, in der Reihenfolge und mit den Zeiten der echten Prüfung.

Wie oft eine Probeprüfung, und wie wertet man sie aus?

Vorerst jede Woche eine Sitzung oder alle zwei Wochen eine vollständige Probeprüfung; im zweiten Halbjahr jede Woche eine vollständige; in den letzten sechs Wochen ein bis zwei pro Woche. So früh im Schuljahr jede Woche eine komplette Probeprüfung zu schreiben, während der größte Teil des Stoffs noch gar nicht unterrichtet wurde, sammelt nur Fehler aus unbekanntem Stoff und drückt die Stimmung. Den Unterschied macht nicht die Häufigkeit, sondern dass jede Probeprüfung bis zum Ende ausgewertet wird.

Die Auswertung besteht aus drei Fragen. Warum habe ich diese Aufgabe falsch? Warum habe ich jene leer gelassen? Welche meiner richtigen Antworten waren geraten? Die dritte Frage lassen die meisten aus, dabei wiederholt sich eine geratene richtige Antwort im Juni nicht. Sortiere die Fehler in vier Gruppen: Wissenslücke, Lesefehler, Rechenfehler, Zeitnot. Eine Wissenslücke heißt zurück zum Thema; ein Lesefehler heißt langsamer lesen und unterstreichen; ein Rechenfehler heißt Zwischenschritte aufschreiben; Zeitnot heißt die Reihenfolge der Aufgaben ändern. Wie du ein Ergebnis Fach für Fach liest, erklärt die Anleitung zur Probetest-Analyse Schritt für Schritt.

Das Fehlerheft ist die dauerhafte Form dieser Auswertung. Vier Zeilen pro Fehler: eine kurze Zusammenfassung der Aufgabe, die Fehlerart, der entscheidende Schritt der richtigen Lösung und ein Datum eine Woche später für den zweiten Versuch. An diesem Tag löst du die Aufgabe noch einmal, ohne in die Lösung zu schauen. Je dicker das Heft wird, desto deutlicher siehst du, welcher Fehler wiederkommt, und diese Wiederholung zeigt dir am klarsten, zu welchem Thema du zurückmusst.

Der türkischsprachige Testbereich dieser Seite enthält 35 Tests für die 8. Klasse, darunter vier LGS-Probeprüfungen als zwei sprachliche und zwei mathematisch-naturwissenschaftliche Sitzungen; der Rest sind Themen-Tests. Sie sind nur auf Türkisch, wie die Prüfung selbst. Welche Quelle du auch nutzt: Lies die Lösung erst, nachdem du überlegt hast, warum du deine eigene Antwort gewählt hast.

Raten oder leer lassen?

Wenn du keine einzige Antwortmöglichkeit ausschließen kannst, lass die Aufgabe leer; kannst du mindestens eine sicher ausschließen, kreuze an. Die Rechnung ist einfach. Drei falsche Antworten heben eine richtige auf. Rätst du bei vier Möglichkeiten blind, ist im Schnitt eine von vier Antworten richtig und drei sind falsch; die drei löschen die eine, und es bleibt null. Blindes Raten bringt im Durchschnitt weder Gewinn noch Verlust, es kostet nur Zeit. Sobald du eine Möglichkeit streichst, kippt die Rechnung zu deinen Gunsten; bei zwei gestrichenen lohnt sich das Ankreuzen eindeutig.

In der Prüfung wird aus dieser Regel Zeitmanagement. Statt eine zweite Minute an einer Aufgabe zu hängen, markiere sie, geh weiter und komm am Ende der Sitzung zurück. Wie du die Zeit einer Sitzung einteilst und mit welchen Aufgaben du beginnst, steht im Beitrag über Zeitmanagement in Prüfungen.

Die Zeiten zu kennen reicht nicht, sie müssen geprobt werden. Ab dem zweiten Halbjahr schreibst du mindestens eine Probeprüfung im Monat unter echten Bedingungen: morgens, erste Sitzung 75 Minuten, kurze Pause, zweite Sitzung 80 Minuten, Handy in einem anderen Raum, Stift weg, wenn die Zeit um ist. Wie viele Minuten vor Schluss du nervös wirst und welches Fach mehr Zeit frisst, als es sollte, zeigt sich nur in dieser Probe. Heb dir das nicht als Überraschung für den Juni auf.

Was hilft gegen Prüfungsangst, und was können Eltern tun?

Das Mittel gegen Angst ist weniger Ungewissheit. Acht Monate lang "schaffe ich das" zu fragen lässt sie wachsen; auf den Wochenplan zu schauen und zu sagen "diese Woche habe ich die drei Themen abgehakt" lässt sie schrumpfen. Regelmäßige Probeprüfungen helfen aus demselben Grund: Je vertrauter das Format, desto weniger Schrecken hat es. Wenn die Angst dich vom Schreibtisch fernhält, den Schlaf stört oder dich in der Probe Aufgaben verfehlen lässt, die du eigentlich kannst, probier die Methoden aus dem Beitrag über Prüfungsangst; hält sie an, ist die Beratungslehrkraft der Schule die richtige Anlaufstelle.

Ein kurzer Hinweis für Eltern. Verfolge die Routine, nicht die Aufgabenzahl. Statt "wie viele Aufgaben hast du heute gemacht" frag "welchen Fehler hast du heute verstanden". Statt über das Ergebnis der Probeprüfung zu streiten, schau gemeinsam ins Fehlerheft. Misch dich bei der Schlafenszeit ein, nicht bei der Aufgabenzahl: Aufgaben, die spät in der Nacht gelöst werden, erzeugen ein Kind, das am nächsten Morgen in der Schule schläft. Und mach die Prüfung nicht zum einzigen Thema im Haus; daran zu erinnern, dass es ein Leben neben der LGS gibt, ist das günstigste Mittel gegen Angst.

Die Routine in Kürze: Gewicht auf Türkisch, Mathe und Nawi, die drei anderen Fächer mit je einem kurzen Block pro Woche warm gehalten. An Schultagen 40 bis 80 Aufgaben, am Wochenende 100 bis 150 plus eine Probeprüfung, alles im Fehlerheft festgehalten. Die Zahl der Probeprüfungen steigt Richtung Juni, die Auswertung fällt nie weg. Wer diese Routine am Anfang des Schuljahres aufbaut, wiederholt im Mai, statt aufzuholen.

Häufige Fragen

Raten oder leer lassen in der LGS?

Weil drei falsche Antworten eine richtige aufheben, kommt blindes Raten im Schnitt auf null, während eine leere Aufgabe nichts kostet. Lass sie leer, wenn du keine Möglichkeit ausschließen kannst; kreuze an, wenn du eine oder zwei sicher streichen kannst.

Wie oft sollte man eine Probeprüfung schreiben?

Im ersten Halbjahr reicht eine Sitzung pro Woche oder alle zwei Wochen eine vollständige Probeprüfung. Im zweiten Halbjahr geh auf eine vollständige pro Woche, in den letzten Wochen auf ein bis zwei. Wichtiger als die Häufigkeit ist, dass jede ausgewertet wird.

Welches Fach sollte das meiste Gewicht bekommen?

Türkisch, Mathematik und Naturwissenschaften: Sie haben die meisten Aufgaben und einen höheren Koeffizienten als die anderen Fächer. Geschichte, Religionskultur und Englisch sind 30 Aufgaben, die du nicht ignorieren kannst, aber ein kurzer Block pro Woche hält sie in Form.

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EK

Emre Karaman

Ich habe Test Merkezim gegründet, damit Menschen sich kostenlos testen und mit Denkspielen eine gute Zeit haben können. Gestaltung und Entwicklung liegen bei mir; zugleich mache ich die Plattform Schritt für Schritt nützlicher und zugänglicher. Über mich