Abitur Deutsch üben: Literarische Epochen (Übungstest)
- Literarische Epochen von der Aufklärung bis zur Moderne
- 15 Fragen
- 18 Minuten
15 Fragen zu den Epochen der deutschen Literatur von der Aufklärung bis zur Moderne: Merkmale, typische Werke und Autoren. Merke dir zu jeder Epoche ein Leitmotiv und ein Schlüsselwerk, dann lassen sich die meisten Fragen schnell zuordnen.
Tippe auf eine Antwort, um sie zu markieren. Du kannst sie ändern oder dieselbe Antwort noch einmal antippen, um die Frage leer zu lassen. Wenn du den Test beendest, siehst du die richtigen Antworten und Erklärungen.Tippe auf eine Antwort; tippst du sie noch einmal an, bleibt die Frage leer.
Dein Ergebnis
- 0 richtig
- 0 falsch
- 0 leer
-
Frage 1
Immanuel Kant fasste 1784 eine Epoche in dem Aufruf „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ zusammen.
Für welche Epoche ist dieser Gedanke zentral?
Richtige Antwort: B
Die Aufklärung setzt auf Vernunft, Kritik und die Mündigkeit des Einzelnen; Kants Aufsatz „Was ist Aufklärung?“ ist ihr bekanntester Programmtext. Der Sturm und Drang stellt dagegen Gefühl und Genie über die Vernunft.
-
Frage 2
In Lessings Drama „Nathan der Weise“ erzählt Nathan die Ringparabel.
Welche Botschaft steht dabei im Mittelpunkt?
Richtige Antwort: D
Die Parabel lässt offen, welcher Ring echt ist, und fordert, den Wert der eigenen Religion durch menschliches Handeln zu zeigen. Damit ist das Stück ein Kernwerk der Aufklärung mit dem Ideal der Toleranz.
-
Frage 3
Welche Merkmale passen am besten zum Sturm und Drang (etwa 1767-1785)?
Richtige Antwort: A
Die jungen Autoren des Sturm und Drang feierten das schöpferische Genie und das Gefühl und rebellierten gegen Regelpoetik und Ständegesellschaft. Maß, Harmonie und Antike kennzeichnen erst die spätere Weimarer Klassik.
-
Frage 4
Welches Werk gilt als typischer Roman des Sturm und Drang?
Richtige Antwort: C
Goethes Briefroman von 1774 zeigt einen jungen Mann, der an seinen übersteigerten Gefühlen und an der Gesellschaft zerbricht. Fontane gehört zum Realismus, Eichendorff zur Romantik und Döblin zur Moderne der 1920er-Jahre.
-
Frage 5
Friedrich Schillers erstes Drama „Die Räuber“ wurde 1782 in Mannheim uraufgeführt.
Welcher Epoche wird es zugeordnet?
Richtige Antwort: A
Der Konflikt zwischen den Brüdern Karl und Franz Moor, der Freiheitsdrang und die heftige Sprache sind typisch für den Sturm und Drang. Seine klassischen Dramen wie „Wallenstein“ schrieb Schiller erst später.
-
Frage 6
Welches Menschenbild prägt die Weimarer Klassik um Goethe und Schiller?
Richtige Antwort: B
Die Klassik strebt nach Harmonie, Maß und sittlicher Bildung des ganzen Menschen; Vorbild ist die griechische Antike. Die Bestimmung durch Milieu und Vererbung ist das Menschenbild des Naturalismus.
-
Frage 7
Novalis lässt in seinem Roman „Heinrich von Ofterdingen“ die „blaue Blume“ auftreten.
Wofür steht sie in der Romantik?
Richtige Antwort: D
Die blaue Blume wurde zum Sinnbild romantischer Sehnsucht nach dem Unerreichbaren und nach Einheit von Ich, Natur und Poesie. Die Not der Weber ist ein Thema des Naturalismus.
-
Frage 8
Welche Sammlung ist ein typisches Ergebnis des romantischen Interesses an Volksdichtung?
Richtige Antwort: C
Die Romantiker sammelten Märchen, Sagen und Volkslieder; die Märchensammlung der Brüder Grimm erschien ab 1812. Lessings Fabeln sind lehrhafte Dichtung der Aufklärung, „Die Weber“ ist ein naturalistisches Drama.
-
Frage 9
Georg Büchner verbreitete 1834 die Flugschrift „Der Hessische Landbote“ mit dem Aufruf „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“.
Zu welcher literarischen Strömung passt das?
Richtige Antwort: B
Im Vormärz (vor der Revolution von 1848) wollten Autoren wie Büchner und Heine mit Literatur politisch wirken und gegen Unterdrückung kämpfen. Das zeitgleiche Biedermeier zog sich dagegen ins Private und Unpolitische zurück.
-
Frage 10
Welche Beschreibung passt zum Poetischen (Bürgerlichen) Realismus, etwa 1848-1890?
Richtige Antwort: A
Realisten wie Fontane, Storm und Keller zeigen die Wirklichkeit genau, aber „poetisch“ gefiltert. Die schonungslose Elendsdarstellung im Sekundenstil ist das Programm des späteren Naturalismus.
-
Frage 11
Welches Werk gehört zum Poetischen Realismus?
Richtige Antwort: C
Storms Novelle von 1888 über den Deichgrafen Hauke Haien ist ein Hauptwerk des Realismus. Novalis gehört zur Romantik, Heym zum Expressionismus und Lessing zur Aufklärung.
-
Frage 12
Gerhart Hauptmann zeigt in „Die Weber“ (1892) das Elend schlesischer Weber in ihrer Mundart und mit genauen Regieanweisungen.
Welcher Epoche gehört das Drama an?
Richtige Antwort: D
Der Naturalismus will die Wirklichkeit möglichst genau abbilden, auch soziale Not und Dialekt, und sieht den Menschen durch Milieu und Herkunft bestimmt. Der Weberaufstand von 1844 fällt zwar in den Vormärz, das Drama entstand aber fast 50 Jahre später.
-
Frage 13
In Jakob van Hoddis' Gedicht „Weltende“ (1911) stehen Bilder wie fliegende Hüte, stürzende Dachdecker und Fluten, die Dämme zerdrücken, unverbunden nebeneinander.
Welche Epoche und welches Stilmerkmal sind gemeint?
Richtige Antwort: A
Der Expressionismus drückt Angst vor Zerfall und Weltuntergang aus; im Reihungsstil werden Bilder ohne logische Verbindung aneinandergereiht. Rahmenerzählungen sind typisch für Novellen des Realismus.
-
Frage 14
Arthur Schnitzler erzählt in „Lieutenant Gustl“ (1900) fast nur aus den Gedanken seiner Figur, ohne Erzählerkommentar.
Wie heißt diese Erzähltechnik der Moderne?
Richtige Antwort: B
Im inneren Monolog werden Gedanken unmittelbar in der Ich-Form und im Präsens wiedergegeben. Beim auktorialen Erzählen kommentiert dagegen ein allwissender Erzähler das Geschehen.
-
Frage 15
Welche Reihenfolge der Epochen ist zeitlich richtig?
Richtige Antwort: C
Die Aufklärung beginnt um 1720, es folgen Sturm und Drang (ab etwa 1767), später der Realismus (ab 1848) und der Expressionismus (ab etwa 1910). Der Sturm und Drang liegt vor der Klassik, nicht danach.
Leer gelassene Fragen zählen nicht als falsch.