Abitur Deutsch üben: Erzähltext- und Dramenanalyse (Übungstest)
- Erzähltext- und Dramenanalyse: Fachbegriffe
- 10 Fragen
- 14 Minuten
10 Fragen zu den Fachbegriffen, die du in der Analyse von Romanen, Novellen und Dramen brauchst. Achte bei Textauszügen auf Pronomen und Tempus: Sie verraten oft schon, welche Erzählform vorliegt.
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Frage 1
Hätte Anna geahnt, was ihr Bruder zur selben Stunde plante, sie wäre nie aufgebrochen. Doch so ging sie fröhlich los, und wir werden bald sehen, wie sehr sie sich irrte.
Welches Erzählverhalten liegt vor?
Richtige Antwort: D
Der Erzähler weiß mehr als die Figur, kennt auch die Pläne des Bruders, deutet die Zukunft an und spricht den Leser an: typisch auktorial. Ein personaler Erzähler bliebe an Annas Wahrnehmung gebunden.
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Frage 2
Er sah auf die Uhr. Schon wieder zu spät. Was würde sie jetzt bloß von ihm denken?
Welche Form der Figurenrede wird in den letzten beiden Sätzen verwendet?
Richtige Antwort: A
Die Gedanken der Figur stehen ohne Redeeinleitung in der 3. Person und im Präteritum: erlebte Rede. Ein innerer Monolog stünde in der Ich-Form und meist im Präsens („Was denkt sie jetzt bloß von mir?“).
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Frage 3
In einem Roman werden zehn Jahre aus dem Leben einer Figur in zwei Sätzen zusammengefasst.
Wie nennt man dieses Verhältnis von Erzählzeit und erzählter Zeit?
Richtige Antwort: D
Die erzählte Zeit (zehn Jahre) ist viel länger als die Erzählzeit (zwei Sätze), also wird gerafft. Bei Zeitdehnung wäre es umgekehrt, bei Zeitdeckung etwa gleich lang.
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Frage 4
Was ist eine Analepse in einem Erzähltext?
Richtige Antwort: C
Die Analepse unterbricht die Handlung und holt Vergangenes nach. Der Vorgriff auf Späteres heißt Prolepse.
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Frage 5
Welche Aufgabe hat die Exposition im klassischen fünfaktigen Drama?
Richtige Antwort: C
Die Exposition im ersten Akt informiert das Publikum über die Vorgeschichte, die Figuren und die Konfliktlage. Wendepunkt (Peripetie) und Katastrophe folgen erst später.
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Frage 6
Welches Merkmal gehört zur geschlossenen Form des Dramas?
Richtige Antwort: A
Das geschlossene Drama ist streng gebaut: ein Handlungsstrang, wenige Orte, kurze Zeitspanne, meist gehobene Sprache. Lose Szenenfolgen, Alltagssprache und offenes Ende sind Kennzeichen der offenen Form.
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Frage 7
Was wollte Bertolt Brecht mit dem Verfremdungseffekt in seinem epischen Theater erreichen?
Richtige Antwort: D
Brecht wollte Einfühlung bewusst stören, etwa durch Songs, Spruchbänder oder direkte Ansprache, damit Zuschauer gesellschaftliche Verhältnisse als veränderbar erkennen. Die Einfühlung ist gerade das Ziel des aristotelischen Theaters.
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Frage 8
Auf der Bühne stehen drei Figuren. Eine von ihnen spricht einen kurzen Satz zum Publikum, den die anderen beiden Figuren nach der Spielsituation nicht hören.
Wie heißt dieses Mittel?
Richtige Antwort: B
Beim Beiseitesprechen richtet sich eine Figur kurz an das Publikum, während die anderen Figuren es „nicht hören“. Ein Monolog ist eine längere Rede einer allein sprechenden Figur.
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Frage 9
Goethe beschrieb eine Gattung als Erzählung einer „sich ereigneten unerhörten Begebenheit“.
Welche Gattung meinte er?
Richtige Antwort: B
Die Novelle erzählt in mittlerer Länge ein einzelnes, außergewöhnliches Ereignis mit klarem Wendepunkt. Die Kurzgeschichte entstand als Gattung in Deutschland erst nach 1945 und bezieht sich nicht auf Goethes Definition.
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Frage 10
Ich stand am Fenster und sah, wie der Zug ohne mich abfuhr. Erst Jahre später verstand ich, was dieser Abend für mein Leben bedeutete.
Welche Aussage über die Erzählform trifft zu?
Richtige Antwort: C
Die Ich-Form und der Satz „Erst Jahre später verstand ich“ zeigen das erzählende Ich, das auf das erlebende Ich zurückblickt. Der Text steht im Präteritum, ein innerer Monolog liegt also nicht vor.
Leer gelassene Fragen zählen nicht als falsch.