Die OECD hat die Ergebnisse von PISA 2025 am 8. September 2026 veröffentlicht. Die Türkei erreichte 494 Punkte in Naturwissenschaften, 472 im Lesen und 462 in Mathematik, nach 476, 456 und 453 im Jahr 2022. Laut türkischem Bildungsministerium hat kein anderes OECD-Land in allen drei Bereichen so stark zugelegt.
Aus deutscher Sicht liegt der Vergleich nahe. Deutschland kam auf 486 Punkte in Naturwissenschaften, 465 im Lesen und 464 in Mathematik, jeweils weniger als 2022 (492, 480 und 475) und die niedrigsten deutschen Werte seit Beginn der Studie. Damit liegt die Türkei in Naturwissenschaften und Lesen vor Deutschland, in Mathematik zwei Punkte dahinter.
Auf welchem Platz liegt die Türkei bei PISA 2025?
Unter allen teilnehmenden Staaten und Volkswirtschaften auf Platz 19 in Naturwissenschaften, 18 im Lesen und 28 in Mathematik; 2022 waren es die Plätze 34, 36 und 39. Nur unter den OECD-Mitgliedern gerechnet, ergeben sich die Plätze 14, 13 und 23.
Bei mehr als 90 Teilnehmern verschieben schon wenige Punkte die Rangfolge um mehrere Plätze. Ranglisten vergrößern also kleine Unterschiede, der Punktwert und sein Abstand zum Durchschnitt sind aussagekräftiger.
Liegt die Türkei über dem OECD-Durchschnitt?
In Naturwissenschaften und Lesen ja, in Mathematik knapp darunter. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 482, 461 und 463 Punkten; in Mathematik fehlt der Türkei ein Punkt. Deutschland liegt in allen drei Bereichen nur noch auf Höhe des Durchschnitts.
Über zwei Jahrzehnte ist der türkische Zuwachs groß: 2003 standen 434 Punkte in Naturwissenschaften, 441 im Lesen und 423 in Mathematik. Welche Reform wie viel davon bewirkt hat, lässt sich aus einer Tabelle nicht ablesen, denn im selben Zeitraum hat sich im türkischen Schulsystem vieles gleichzeitig verändert.
Was misst PISA eigentlich?
Ob 15-Jährige Gelerntes in Situationen außerhalb des Schulbuchs anwenden können. Selten wird eine Formel abgefragt. Häufiger geht es darum, aus einem Diagramm die richtige Zahl herauszulesen, zwei in einem kurzen Text beschriebene Möglichkeiten zu vergleichen oder zu beurteilen, ob eine Behauptung aus den Daten folgt.
In der Türkei lief der Test vom 14. April bis 16. Mai 2025 am Computer, mit 7.702 Schülerinnen und Schülern aus 203 Schulen in 56 Provinzen. In Deutschland waren es rund 6.700 Fünfzehnjährige an rund 250 Schulen. Beides sind Stichproben: Das Ergebnis schätzt den Landesdurchschnitt und ist kein Zeugnis für eine einzelne Schule oder ein einzelnes Kind.
Was verrät ein Landesdurchschnitt nicht?
Wie die Leistungen verteilt sind. Ein Mittelwert kann steigen, während die Schere zwischen starken und schwachen Schulen aufgeht oder sich schließt; die eine Zahl sieht in beiden Fällen gleich aus. Für Deutschland meldet das Bundesbildungsministerium, dass jeweils etwa ein Drittel der Jugendlichen im Lesen und in Mathematik die Basiskompetenzen verfehlt, in den Naturwissenschaften rund ein Viertel. Solche Anteile sagen über ein Bildungssystem oft mehr als der Mittelwert.
Wie übt man diese Art von Aufgaben?
Mit Aufgaben, die eine kurze Frage in Kontext verpacken: Tabelle, Grafik, ein Absatz Hintergrund. Hilfreich ist die Gewohnheit, zuerst Achsen, Einheiten und Überschriften zu lesen und erst danach die Frage. Ein Teil der Fehler entsteht schlicht dadurch, dass Gramm und Kilogramm oder Prozent und Anzahl verwechselt werden. Die Texte zu Szenario-Aufgaben und Leseverständnis-Aufgaben gehen das Schritt für Schritt durch.
In unseren Übungstests erscheint nach dem Abgeben unter jeder Aufgabe ein Lösungsweg, sodass sich ein Lesefehler leichter von einer Wissenslücke unterscheiden lässt. Bei einem Lesefehler hilft mehr Stoff wenig; dieselbe Aufgabenart noch einmal langsam zu lösen, hilft mehr.