Deutsch Klasse 9: Gedichtanalyse schreiben (Übungstest)
- Gedichtanalyse schreiben
- 10 Fragen
- 12 Minuten
10 Fragen zu einem kurzen Beispielgedicht und zum Schreiben einer Gedichtanalyse. Das Gedicht steht in Frage 1. Tipp: Verbinde in der Analyse immer eine Beobachtung zur Form mit ihrer Wirkung auf den Inhalt.
Tippe auf eine Antwort, um sie zu markieren. Du kannst sie ändern oder dieselbe Antwort noch einmal antippen, um die Frage leer zu lassen. Wenn du den Test beendest, siehst du die richtigen Antworten und Erklärungen.Tippe auf eine Antwort; tippst du sie noch einmal an, bleibt die Frage leer.
Dein Ergebnis
- 0 richtig
- 0 falsch
- 0 leer
-
Frage 1
Herbstbahnhof (Beispielgedicht)
1 Der letzte Zug ist fortgefahren,
2 die Bänke stehen kalt und leer.
3 Ich zähle, was wir einmal waren,
4 und finde keine Worte mehr.
5 Ein Blatt fällt auf die nassen Gleise,
6 der Wind liest es und trägt es fort.
7 Ich bleibe stehn. Ganz still und leise
8 verlischt am Abend jedes Wort.Wer spricht in diesem Gedicht?
Richtige Antwort: C
In V. 3 und V. 7 spricht ein „Ich“, das nach der Abfahrt des Zuges am Bahnhof steht. Diese Sprecherstimme nennt man lyrisches Ich. Ein Gespräch gibt es nicht, und der Bahnhof wird nur beschrieben.
-
Frage 2
Welche Deutungshypothese passt am besten zum Gedicht aus Frage 1?
Richtige Antwort: A
Der abgefahrene Zug, „was wir einmal waren“ (V. 3) und die verlöschenden Worte (V. 8) deuten auf das Ende einer Beziehung und Sprachlosigkeit hin. Eine Bahnhofsbeschreibung oder Werbung fürs Zugfahren ist es nicht.
-
Frage 3
Wie zitierst du den zweiten Vers des Gedichts aus Frage 1 richtig?
Richtige Antwort: B
Ein Zitat steht in Anführungszeichen, und bei Gedichten gibst du die Versnummer mit „V.“ an. Der Vers steht in Strophe 1 als zweiter Vers, also V. 2. Ohne Anführungszeichen erkennt man das Zitat nicht.
-
Frage 4
In welchem Vers des Gedichts aus Frage 1 entsteht durch einen Punkt mitten im Vers eine deutliche Zäsur?
Richtige Antwort: D
In V. 7 endet der Satz „Ich bleibe stehn.“ mitten im Vers, danach beginnt ein neuer Satz. Dieser Einschnitt heißt Zäsur. Die Verse 1, 4 und 6 haben keinen Satzschluss in der Versmitte.
-
Frage 5
Zwischen welchen Versen des Gedichts aus Frage 1 liegt ein Enjambement?
Richtige Antwort: B
„Ganz still und leise“ am Ende von V. 7 gehört zum Satz „verlischt am Abend jedes Wort“ in V. 8, der Satz läuft also über das Versende hinweg. In den anderen Paaren endet jeder Vers mit einem abgeschlossenen Satzteil und einem Komma.
-
Frage 6
Welches sprachliche Mittel steht in Vers 6 („der Wind liest es und trägt es fort“)?
Richtige Antwort: A
Der Wind „liest“ das Blatt auf und trägt es fort, er handelt also wie ein Mensch. Das ist eine Personifikation. Ein Vergleichswort fehlt, und es gibt weder eine Wiederholung am Versanfang noch gleiche Anlaute.
-
Frage 7
In welcher Zeitform schreibst du eine Gedichtanalyse?
Richtige Antwort: D
Eine Analyse beschreibt, was im Text steht und wie er wirkt, und das gilt immer. Deshalb schreibst du im Präsens, zum Beispiel: „Das lyrische Ich bleibt allein zurück.“
-
Frage 8
Welcher Satz verbindet in einer Analyse eine Beobachtung zur Form mit dem Inhalt?
Richtige Antwort: C
Hier wird ein Formmerkmal, die Zäsur, mit seiner Wirkung verknüpft: Der Lesefluss stockt genau dort, wo das Ich stehen bleibt. Die anderen Sätze nennen nur Form, nur Inhalt oder eine persönliche Meinung.
-
Frage 9
Was gehört in die Einleitung einer Gedichtanalyse?
Richtige Antwort: D
Die Einleitung stellt das Gedicht vor und nennt Titel, Autor, Erscheinungsjahr und Thema, oft schon mit einer Deutungshypothese. Deutung im Detail und Zitate gehören in den Hauptteil, die Bewertung in den Schluss.
-
Frage 10
Was gehört in den Schluss einer Gedichtanalyse?
Richtige Antwort: B
Im Schluss kehrst du zur Deutungshypothese zurück, prüfst sie anhand deiner Ergebnisse und fasst diese knapp zusammen. Titel und Autor stehen bereits in der Einleitung, neue Untersuchungen gehören in den Hauptteil.
Leer gelassene Fragen zählen nicht als falsch.