Deutschtest C1: Leseverstehen (Übungstest)
- C1: Wissenschaftliche und journalistische Texte
- 15 Fragen
- 25 Minuten
Du liest drei anspruchsvolle Texte: einen populärwissenschaftlichen Text, einen Zeitungskommentar und einen Text über Forschungsmethoden. Die Fragen prüfen Argumentation, Einschränkungen und die Haltung der Autoren. Tipp: Achte auf Wörter wie „allerdings“, „jedoch“ oder „umstritten“, denn sie zeigen, wo ein Text eine Aussage einschränkt.
Tippe auf eine Antwort, um sie zu markieren. Du kannst sie ändern oder dieselbe Antwort noch einmal antippen, um die Frage leer zu lassen. Wenn du den Test beendest, siehst du die richtigen Antworten und Erklärungen.Tippe auf eine Antwort; tippst du sie noch einmal an, bleibt die Frage leer.
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Frage 1
Text 1: Populärwissenschaftlicher Text
Was im Schlaf mit dem Gelernten geschieht
(1) Dass Schlaf für das Lernen bedeutsam ist, gilt in der Gedächtnisforschung als gut belegt. Weniger eindeutig ist, welche Prozesse dabei im Einzelnen ablaufen. Nach einer verbreiteten Annahme werden tagsüber gebildete Gedächtnisspuren im Schlaf erneut aktiviert und dabei allmählich aus dem Hippocampus, einer Art kurzfristigem Zwischenspeicher, in langfristige Netzwerke der Großhirnrinde überführt.
(2) Diese Modellvorstellung stützt sich unter anderem auf Experimente, in denen Versuchspersonen nach dem Lernen entweder schliefen oder wach blieben. In vielen dieser Studien schnitten diejenigen, die geschlafen hatten, bei späteren Abfragen besser ab. Allerdings lässt ein solcher Vergleich offen, ob der Schlaf das Gelernte aktiv festigt oder es lediglich vor Störungen durch neue Eindrücke abschirmt.
(3) Um beide Erklärungen voneinander zu trennen, haben Forschende versucht, gezielt in den Schlaf einzugreifen, etwa indem sie Geräusche oder Gerüche, die beim Lernen vorhanden waren, während bestimmter Schlafphasen erneut darboten. Verbessert sich die Erinnerung dadurch, spricht das für eine aktive Verarbeitung, denn ein bloßer Schutz vor Störungen würde durch solche Reize nicht verstärkt.
(4) Ob sich aus diesen Befunden praktische Empfehlungen ableiten lassen, ist umstritten. Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass die Effekte meist im Labor und mit einfachem Lernmaterial gemessen wurden und sich nicht ohne Weiteres auf den Alltag übertragen lassen.
Was gilt laut Absatz 1 als gesichert?
Richtige Antwort: C
Der Text nennt die Bedeutung des Schlafs für das Lernen „gut belegt“. Welche Prozesse genau ablaufen, ist dagegen „weniger eindeutig“, und die Spuren werden laut Text tagsüber gebildet.
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Frage 2
Zu Text 1 (siehe oben):
Welche Rolle spielt der Hippocampus in dem beschriebenen Modell?
Richtige Antwort: A
Der Hippocampus wird als „kurzfristiger Zwischenspeicher“ beschrieben, aus dem Spuren in die Großhirnrinde überführt werden. Langfristig gespeichert wird also gerade nicht im Hippocampus.
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Frage 3
Zu Text 1 (siehe oben):
Welche Schwäche der Schlaf-Wach-Vergleiche nennt Absatz 2?
Richtige Antwort: D
Der Vergleich „lässt offen“, ob der Schlaf das Gelernte aktiv festigt oder es nur vor Störungen schützt. Die Ergebnisse selbst sprechen laut Text meist für die Schlafenden.
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Frage 4
Zu Text 1 (siehe oben):
Warum sind die Versuche mit Geräuschen und Gerüchen (Absatz 3) aufschlussreich?
Richtige Antwort: B
Ein reiner Schutz vor Störungen würde durch die Reize nicht verstärkt; bessert sich die Erinnerung trotzdem, spricht das für aktive Verarbeitung. Vom Lernen neuer Inhalte im Schlaf ist nicht die Rede.
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Frage 5
Zu Text 1 (siehe oben):
Welche Haltung zu praktischen Lerntipps kommt in Absatz 4 zum Ausdruck?
Richtige Antwort: A
Ob man Empfehlungen ableiten kann, ist „umstritten“, weil die Effekte meist im Labor mit einfachem Material gemessen wurden. Dass Schlaf wichtig ist, wird dabei nicht bestritten.
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Frage 6
Text 2: Zeitungskommentar
Mehr als Verkaufsfläche
(1) Die Klage über verödende Innenstädte ist fast so alt wie der Versandhandel. Neu ist allerdings, mit welcher Geschwindigkeit sich das Bild mancher Fußgängerzone verändert: Wo vor wenigen Jahren noch Modeketten ihre Filialen hatten, kleben heute Plakate mit der Aufschrift „Zu vermieten“.
(2) Reflexartig wird der Online-Handel zum Schuldigen erklärt. Das greift zu kurz. Viele Städte haben sich jahrzehntelang darauf verlassen, dass Menschen zum Einkaufen kommen, und darüber vergessen, ihnen andere Gründe für einen Besuch zu bieten. Hinzu kommen Mieten, die in den besten Lagen so hoch waren, dass sich nur große Ketten sie leisten konnten, während inhabergeführte Geschäfte an den Rand gedrängt wurden.
(3) Einige Kommunen gehen inzwischen andere Wege. Sie kaufen leer stehende Gebäude auf, vermieten Flächen für eine begrenzte Zeit günstig an Gründerinnen und Gründer oder bringen Bibliotheken, Volkshochschulen und Arztpraxen in ehemalige Kaufhäuser. Ob solche Projekte dauerhaft tragen, ist offen; manche Zwischennutzung endet, sobald die Fördermittel auslaufen.
(4) Dennoch weisen sie in die richtige Richtung. Eine Innenstadt, die nur als Verkaufsfläche gedacht ist, wird gegen das Smartphone verlieren. Eine Innenstadt, in der man lernt, arbeitet, wohnt und sich trifft, hat zumindest eine Chance.
Was ist laut Absatz 1 neu an der Situation der Innenstädte?
Richtige Antwort: B
Die Klage selbst ist laut Autor alt; neu sei die Geschwindigkeit des Wandels. Modeketten ziehen im Text gerade aus, nicht ein.
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Frage 7
Zu Text 2 (siehe oben):
Wie beurteilt der Autor die These, der Online-Handel sei an der Krise schuld?
Richtige Antwort: C
„Das greift zu kurz“ bedeutet: Die Erklärung ist nicht falsch, aber unvollständig. Danach nennt der Autor weitere Ursachen, ohne den Online-Handel ganz freizusprechen.
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Frage 8
Zu Text 2 (siehe oben):
Welche weitere Ursache nennt der Autor in Absatz 2?
Richtige Antwort: A
Der Autor nennt Mieten, die sich nur große Ketten leisten konnten, sodass inhabergeführte Geschäfte an den Rand gedrängt wurden. Bibliotheken und Praxen erscheinen erst in Absatz 3, und zwar als Lösung.
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Frage 9
Zu Text 2 (siehe oben):
Was sagt der Autor über die Projekte in Absatz 3?
Richtige Antwort: D
„Ob solche Projekte dauerhaft tragen, ist offen“: Der Erfolg ist also noch nicht sicher. Trotzdem hält der Autor sie in Absatz 4 für den richtigen Weg.
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Frage 10
Zu Text 2 (siehe oben):
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor am Ende?
Richtige Antwort: B
Eine Innenstadt, in der man auch lernt, arbeitet, wohnt und sich trifft, habe eine Chance. Eine reine Verkaufsfläche dagegen werde verlieren, also das Gegenteil von „nur Handel“.
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Frage 11
Text 3: Fachtext
Was Ernährungsstudien zeigen können und was nicht
(1) Beobachtungsstudien gehören zu den wichtigsten Werkzeugen der Ernährungsforschung. Dabei werden die Essgewohnheiten großer Gruppen erfasst und über Jahre mit dem Auftreten bestimmter Krankheiten in Beziehung gesetzt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man kann sehr viele Menschen über lange Zeiträume begleiten, was in kontrollierten Experimenten kaum möglich wäre.
(2) Der Nachteil ist ebenso grundsätzlich. Zeigt sich etwa, dass Menschen, die regelmäßig Nüsse essen, seltener an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, so ist damit noch nicht gezeigt, dass die Nüsse die Ursache sind. Wer häufig Nüsse isst, raucht möglicherweise seltener, bewegt sich mehr oder verdient besser. Solche Störgrößen, in der Fachsprache Confounder genannt, können einen Zusammenhang vortäuschen oder verstärken.
(3) Statistische Verfahren erlauben es, bekannte Störgrößen herauszurechnen. Gegen Einflüsse, die niemand erhoben hat, helfen sie jedoch nicht. Hinzu kommt, dass Ernährungsangaben häufig auf Fragebögen beruhen, in denen die Teilnehmenden aus dem Gedächtnis angeben, was sie in den vergangenen Monaten gegessen haben.
(4) Randomisierte Studien, bei denen der Zufall entscheidet, wer welche Kost erhält, umgehen das Problem der Störgrößen weitgehend. Sie sind aber aufwendig, laufen meist nur kurz und scheitern nicht selten daran, dass sich die Teilnehmenden nicht an die vorgegebene Ernährung halten. Belastbare Aussagen entstehen daher oft erst, wenn die Ergebnisse beider Studientypen in dieselbe Richtung weisen.
Welchen Vorteil von Beobachtungsstudien nennt Absatz 1?
Richtige Antwort: D
Laut Absatz 1 kann man mit Beobachtungsstudien sehr viele Menschen über lange Zeiträume begleiten. Dass sie Ursachen beweisen oder frei von Störgrößen sind, bestreitet der Text in Absatz 2 gerade.
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Frage 12
Zu Text 3 (siehe oben):
Wozu dient das Beispiel mit den Nüssen in Absatz 2?
Richtige Antwort: C
Das Beispiel veranschaulicht, dass ein beobachteter Zusammenhang auch durch andere Faktoren wie Rauchen oder Bewegung entstehen kann. Dass Nüsse schützen, wird ausdrücklich offengelassen.
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Frage 13
Zu Text 3 (siehe oben):
Was ist im Text mit „Störgrößen“ gemeint?
Richtige Antwort: A
Störgrößen sind Faktoren wie Rauchen, Bewegung oder Einkommen, die mit dem Nüsseessen und zugleich mit dem Krankheitsrisiko verbunden sind und so einen Zusammenhang vortäuschen können. Von Geräten oder Betrug ist keine Rede.
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Frage 14
Zu Text 3 (siehe oben):
Welche Grenze statistischer Verfahren nennt Absatz 3?
Richtige Antwort: B
Bekannte Störgrößen lassen sich herausrechnen, gegen Einflüsse, „die niemand erhoben hat“, helfen die Verfahren nicht. Die Fragebögen werden als zusätzliches, eigenes Problem genannt.
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Frage 15
Zu Text 3 (siehe oben):
Welche Aussage über randomisierte Studien entspricht dem Text?
Richtige Antwort: C
Absatz 4 nennt randomisierte Studien aufwendig und meist kurz. Sie umgehen das Problem der Störgrößen „weitgehend“, und belastbar wird es laut Text erst, wenn beide Studientypen übereinstimmen.
Leer gelassene Fragen zählen nicht als falsch.