Lernen & Intelligenz

Schadet Multitasking deiner Intelligenz?

Schadet Multitasking deiner Intelligenz?

Eine Nachricht schreiben und gleichzeitig ein Meeting verfolgen, zwischen drei Tabs hin- und herwechseln… Das moderne Leben feiert Multitasking als wichtige Fähigkeit. Doch Studien zeigen das genaue Gegenteil: Multitasking ist meist keine effiziente Eigenschaft, sondern eine Illusion, bei der du nur glaubst, produktiv zu sein.

Kann das Gehirn wirklich zwei Dinge gleichzeitig tun?

Bei bewussten, komplexen Aufgaben wie Lesen, Schreiben oder Lernen verarbeitet das Gehirn Informationen nacheinander und nicht parallel. Es kann nicht zwei kognitive Aufgaben gleichzeitig bearbeiten, sondern wechselt blitzschnell zwischen ihnen. Was wir „Multitasking“ nennen, ist in Wahrheit ein schnelles Aufgabenwechseln – und jeder Wechsel hat seinen Preis.

Die versteckten Kosten des Aufgabenwechsels

Bei jedem Wechsel muss das Gehirn das mentale Muster der vorherigen Aufgabe schließen und das neue öffnen. Das kostet Zeit und Energie. Untersuchungen der Stanford University zufolge kann Multitasking die Produktivität um bis zu 40 % senken. Diese scheinbar kleinen Wechselkosten summieren sich im Laufe des Tages und führen zu mehr Fehlern sowie langsamerem Arbeiten.

Die überraschende Erkenntnis aus Stanford

Im Jahr 2009 untersuchten Ophir, Nass und Wagner an der Stanford University 262 Studierende. Sie verglichen intensive „Medien-Multitasker“ (Menschen, die viele Bildschirme gleichzeitig nutzen) mit gelegentlichen Nutzern. Entgegen der Erwartung schnitten die intensiven Multitasker in allen drei Bereichen schlechter ab: beim Filtern unwichtiger Informationen, beim Organisieren des Arbeitsgedächtnisses und überraschenderweise beim Wechseln zwischen Aufgaben. Ständiges Multitasking macht dich also nicht einmal besser darin.

Eine dauerhafte Auswirkung?

Noch nachdenklicher stimmt folgendes Ergebnis: Die Gewohnheit zum intensiven Multitasking stand selbst dann mit anhaltenden Aufmerksamkeitsproblemen in Verbindung, wenn die Person gerade nicht multitaskte. Es fiel ihnen schwerer, Ablenkungen zu filtern, sie hatten eine geringere Arbeitsgedächtniskapazität und Schwierigkeiten, sich auf eine einzelne Aufgabe zu konzentrieren. Das zeigt, dass Multitasking nicht nur die aktuelle Leistung beeinflusst, sondern langfristig auch unsere Aufmerksamkeitsgewohnheiten prägt.

Was kannst du tun?

  • Fokussiere dich auf eine Aufgabe: Beginne erst etwas Neues, wenn die aktuelle Aufgabe erledigt ist. Das klingt einfach, ist aber die wirksamste Veränderung.
  • Fasse ähnliche Aufgaben zusammen: Beantworte alle Nachrichten auf einmal, anstatt dich ständig unterbrechen zu lassen. Das reduziert die Anzahl der Wechsel.
  • Beseitige Ablenkungen: Fallen für deine Konzentration und passende Lösungen haben wir in unserem Beitrag über Konzentration steigern zusammengestellt.
  • Trainiere deinen Fokus-„Muskel“: Übungen wie der Stroop-Test, die das Widerstehen von Ablenkungen trainieren, sind hierfür ideal.

Weniger ist mehr

Die größte Täuschung beim Multitasking ist das Gefühl, „mehr zu schaffen“. In Wirklichkeit erreichst du weniger und machst mehr Fehler. Wenn du die Grenzen des Arbeitsgedächtnisses verstehst, wird klar, warum die Konzentration auf eine einzelne Aufgabe gewinnt. Wenn du deinen Geist ungestört bei einer Aufgabe testen möchtest, bietet unser kostenloser IQ-Test genau den richtigen Rahmen dafür.

EK

Emre Karaman

Ich habe Test Merkezim gegründet, damit Menschen sich kostenlos testen und mit Denkspielen eine gute Zeit haben können. Gestaltung und Entwicklung liegen bei mir; zugleich mache ich die Plattform Schritt für Schritt nützlicher und zugänglicher. Über mich