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KPSS-Punktarten: P3, P93 und P94 erklärt

KPSS-Punktarten: P3, P93 und P94 erklärt

Auf deinem KPSS-Ergebnisdokument siehst du vielleicht etliche Punktarten. Für die meisten Kandidaten sind jedoch drei besonders wichtig: P3 (Bachelor/Hochschule), P93 (Fachhochschule/Associate Degree) und P94 (Sekundarstufe). Diese drei bilden die Grundlage für die zentrale Vergabe von Stellen im öffentlichen Dienst der Gruppe B. Alle drei werden zu gleichen Teilen (50 % – 50 %) aus den Tests für Allgemeine Fähigkeiten und Allgemeinwissen berechnet.

Die am häufigsten genutzten KPSS-Punktarten

Punktart Niveau Gewichtung Verwendung
P3 Hochschule AF 50 % + AW 50 % Zentrale Vergabe für Gruppe-B-Stellen, Bewerbung für viele Behördenprüfungen
P93 Fachhochschule AF 50 % + AW 50 % Gruppe-B-Stellen auf Fachhochschulniveau
P94 Sekundarstufe AF 50 % + AW 50 % Gruppe-B-Stellen auf Sekundarstufenniveau
P1 Hochschule AF 70 % + AW 30 % Bewerbungen für Zugangsprüfungen mancher Behörden
P2 Hochschule AF 60 % + AW 40 % Bewerbungen für Zugangsprüfungen mancher Behörden
P122 / P123 / P124 Sekundarstufe / Fachhochschule / Hochschule AF-AW + DHBT Stellen beim Präsidium für Religionsangelegenheiten

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Punktarten für Stellen der Gruppe A (z. B. Inspektoren, Spezialisten, Nachwuchsrevisoren), bei denen Fachwissen-Tests stärker gewichtet werden. Welche Behörde welche Punktart verlangt, steht in den jeweiligen Stellenausschreibungen. Details zu den DHBT-Punkten findest du im Artikel Was ist die DHBT?.

Wie wird die KPSS-Punktzahl berechnet?

Die Berechnung erfolgt in drei Schritten:

  1. Nettopunkte ermitteln. Für jeden Test gilt: Nettopunkte = richtige Antworten − (falsche Antworten ÷ 4). Das bedeutet: Vier falsche Antworten ziehen eine richtige Antwort ab.
  2. Nettopunkte in Standardpunkte umrechnen. Die ÖSYM rechnet die rohen Nettopunkte anhand des Mittelwerts und der Standardabweichung aller Teilnehmenden des jeweiligen Jahres in Standardpunkte um.
  3. Gewichtung anwenden. Je nach Punktart (z. B. AF 50 % + AW 50 % bei P3) wird die gewichtete Summe ermittelt und als KPSS-Endpunktzahl skaliert.

Die praktische Konsequenz lautet: Es gibt keine feste Antwort auf die Frage „Wie viele Punkte ergeben wie viele Nettopunkte?“. Dieselbe Nettoanzahl kann in einem schweren Prüfungsjahr zu einer höheren und in einem leichten Jahr zu einer niedrigeren Punktzahl führen. Setze dir dein Ziel daher am besten anhand der Mindestpunktzahlen aus vergangenen Einstellungsrunden und nicht rein nach der Nettoanzahl.

Gibt es bei der KPSS eine Mindestpunktzahl?

Für die zentrale Vergabe gibt es keine allgemeine Hürde oder Mindestpunktzahl. Du wirst auf eine Stelle platziert, wenn deine Punktzahl im Vergleich zu anderen Bewerbenden auf diese Stelle ausreicht. Beachte jedoch zwei Ausnahmen:

  • Einige Behörden verlangen für die Zulassung zu ihren eigenen Zugangsprüfungen eine Mindestpunktzahl von 70 oder 80 (besonders verbreitet bei Gruppe-A-Stellen).
  • In Stellenausschreibungen können zusätzliche Anforderungen wie Fachrichtung, Zertifikate oder Altersgrenzen stehen. Selbst wenn deine Punktzahl ausreicht, kannst du dich ohne diese Voraussetzungen nicht bewerben.

Wie lange sind die Punktzahlen gültig?

Grundsätzlich gilt eine KPSS-Punktzahl zwei Jahre lang — also bis zur nächsten Prüfung auf demselben Niveau. Da die Hochschulprüfung jedes Jahr stattfindet, können Hochschulabsolventen ihre Punktzahl jährlich erneuern. Da die Prüfungen für Fachhochschule und Sekundarstufe nur alle zwei Jahre stattfinden (siehe Unterschiede zwischen den Bildungsstufen), gelten die Ergebnisse von 2026 bis zur Prüfung 2028.

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EK

Emre Karaman

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